KAY SAFONOV

七転び八起き – Fall seven times and stand up eight

Ein kulinarischer Ausflug nach Nord Korea – Restaurant Koryo

| 4 Kommentare

Nachdem ich zum ersten Mal vom Restaurant Koryo in Moskau gehört habe, war ich auf jeden Fall interessiert. Wann hat man schon mal die Möglichkeit Küche aus Pyongyang zu probieren? Also habe ich meine Mama an der Hand gepackt und sie mit mir zu dem nordkoreanischen Restaurant am Leninskii Prospekt geschleppt. Von der Metro Station aus läuft man nicht weit und wenn man sich die Lage vorher mal im Internet angesehen hat, dann ist das Koryo auch sehr schnell zu finden.

Wir sind rein gekommen und wurden sofort von zwei echt niedlichen Kellnerinnen in blauen Kleidern mit Pelzkragen begrüßt und an einen Tisch geführt. Das Restaurant war fast leer. Nur zwei weitere Tische waren besetzt. Im Internet gibt es zahlreiche Bewertungen, entweder lieben die Gäste das Koryo oder sie hassen es. Es gibt kein dazwischen. Von der Inneneinrichtung her, hat es mich irgendwie erinnert an eine Silvesterparty im Jahr 1995. An einer der Wände hing ein Flachbildfernseher der eine nordkoreanische Musikshow ausstrahlte und ich habe im Internet gelesen, das manche Gäste sogar Kim Jong Un schon aus diesem Fernseher reden gehört haben. Das blieb mir heute erspart. Hat schon einmal jemand von euch nordkoreanische Nachrichten gesehen? Ich bloß auf Euronews und na ja, das hätte bestimmt keine angenehme Atmosphäre zum Essen geliefert.

Was habe ich gegessen? 

Oder eher, was haben wir gegessen, denn wir haben uns vier Hauptspeisen und ein Dessert bringen lassen und geteilt. Hat sich angeboten und so konnte jeder von jedem Etwas kosten. Als wir die Speisekarten bekommen haben, habe ich einige Gerichte, wie zum Beispiel Bibimbap, wieder erkannt. Eine richtige Ahnung hatte ich allerdings nicht. Überraschenderweise aber meine Mutter. Sie ist aufgewachsen in der Sowjetunion und hat auch eine Zeit lang im fernen Osten gelebt und damals war zum Nordkoreaner gehen noch Üblicher. Also hat sie sich zur Vorspeise gleich mal einen Salat bestellt, den sie aus ihrer Kindheit kannte. Er war sehr schlicht, mit ein bisschen Spinat und Karotten, aber lecker. Allerdings auch eher ein Appetithäppchen.

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Meine erste Vorspeise waren diese Gemüsepfannkuchen. Erinnert ein bisschen an Okonomiyaki, nicht wahr? Es ist wohl eine Variation des koreanischen Essen Jeon, aber fragt nicht nach dem Namen, denn ich erinnere mich nicht mehr. Es war auf jeden Fall lecker. Nichts bahnbrechendes. Kein gewaltiges Geschmackserlebnis, aber Etwas, das ich gerne mal wieder essen würde.

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Meine zweite Hauptspeise waren diese Teigtaschen, gefüllt mit Fleisch. Auf der Karte wurden sie als koreanische Pelmeni umschrieben und mich haben sie an Gyoza erinnert und so haben sie auch geschmeckt. Das Gericht müsste Mandu heißen, aber keine Garantie dafür. Hier hat der Nostalgie-Faktor gepunktet, denn ich habe Gyoza echt vermisst. Auch wenn ich erst gestern Pelmeni gegessen habe.

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Dieses Gericht war die Wahl meiner Mutter und ich glaube es heißt Tteokbokki. Ein sehr scharfes Gericht aus dicken Reisnudeln. Ich traue mich nicht an scharfe Gerichte ran, weil ich die einfach dich mag, aber meiner Mutter hat es sehr geschmeckt. Es war wohl eine angenehme Schärfe, was auch immer das ist.

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Als nächstes hat der Betsubara wieder zugeschlagen und ich brauchte einen Nachtisch. Ich habe mich für diese kleine Küchlein entschieden die mit roter Bohnenpaste gefüllt waren. Sehr trocken, aber auch hier punktet der Nostalgie-Faktor, weil rote Bohnenpaste echt lecker ist.

Abschließende Meinung

Ich kann echt nicht sagen, wie authentisch das Ganze ist, weil ich weder in Süd- noch in Nordkorea war, aber es hat sich schon ziemlich authentisch angefühlt. Außerdem hatte ich das Bedürfnis Silvester zu feiern, aber das war einfach eine Nebenwirkung. Das Essen war gut und auch günstig. Die Hauptspeisen haben zwischen 300 und 500 Rubel gekostet. Es war jetzt nicht das Geschmackserlebnis des Jahrhunderts, aber eben eine Erfahrung. Koryo ist immerhin das einzige nordkoreanische Restaurant in Moskau. Ein bisschen seltsam und bedrückend war, dass wir fast die einzigen Gäste waren. Und die zwei Kellnerinnen standen da nur so vor der nordkoreanischen Flagge und sind sofort zu uns gerannt, wenn unser Teller auch nur ansatzweise leer aussah. Es war auf jeden Fall ein Erlebnis und ich bin froh, dass wir dort mal gegessen haben.

4 Kommentare

  1. OMG, das is natürlich was gailes so mal den guten Kim zum Essen zu sehen! 😀
    Echt einmalig von dir!!!
    <33

    Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt, wenn man zum Koreaner geht dann ja immer Südkoreaner…
    Aber auf jeden Fall toll! <33
    *will auch*

    (Ich komm auch grad nich in mein Google Konto rein, echt sch***!!!) -.-

  2. Das sieht alles ehr lecker aus- Ich wollte auch schon immer mal in einem Koreanischem Restaurant essen gehen, aber alle die ich in Deutschland bis jetzt gesehen habe waren viel zu teuer :,( Und NORDKOREANISCHE Restaurants gibts hier natürlich nicht. … Ich wollte auch schon immer mal Tteokbokki probieren. Bibimbap hab ich auch schon einmal gemacht, aber das war echt ein Aufwand :O Da muss ich echt mal wieder motiviert sein, um das nochmal durchzu exorzieren 😉

    Liebe Grüße! Violetta.

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