KAY SAFONOV

七転び八起き – Fall seven times and stand up eight

Oktober 2013

| Keine Kommentare

mini-0635. Oktober

Mein eigentlicher Plan für den heutigen Tag, war es zu schlafen. Bin gestern auch nicht unbedingt früh ins Bett gegangen, weil ich mich eigentlich auf einen Leerlauf-Tag eingestellt hatte und dann werde ich plötzlich geweckt: „Katharina! Ich habe morgen was mit Rotary vor, deswegen fahren wir heute zu der Seilbahn!“

Eigentlich war das für Sonntag geplant. Aber nun ja, ich bin anpassungsfähig und so in aller früh losgezogen zum Bahnhof und dort in einen Bus gestiegen, der mit uns zur Komagatake Seilbahn gefahren hat. Diese Busfahrt war die aufregendste meines Lebens. Aufregend bedeutet hier, Katia fürchtete eine ganze halbe Stunde lang um ihr teures Leben. Als wir dann nämlich einmal in den Zentralen Japanischen Alpen angekommen waren, fuhr der Bus weiter. Es ging eine halbe Stunde lang an Schluchten und reißenden Strömen und Felswänden entlang… und japanische Straßen wirken absolut nicht sicher. Auf der einen Seite war immer eine Schlucht, von der uns nicht wirklich etwas getrennt hat und auf der anderen Seite hatten wir immer diesen kleinen Straßengraben von einem Meter Tiefe. Das Problem an dem ganzen war, das der Bus einfach fast die ganze Zeit über richtig scharfe Kurven ziehen musste. Der Bus war außerdem auch eher den russischen als den dmini-018eutschen Bussen ähnlicher, er hat also keinen Eindruck von Sicherheit versprüht, genau so wenig wie der Busfahrer. Lange Geschichte kurz: Katia kann jetzt keine Busfahrt mehr erschüttern.

Auf der Rückfahrt habe ich sogar geschlafen, weil das ganze kurven echt müde macht. Und natürlich auch das Bergsteigen früh am Morgen, wenn man kaum geschlafen hat.

Dort ging es weiter mit der Seilbahn. Die war richtig großartig. Man hatte so eine gewaltige Aussicht und auf dem Berg ist irgendwie schon so richtig der japanische Herbst im Gange: Farbenspiele ohne gleichen. Außerdem konnte ich Wasserfälle sehen und hatte eine unglaubliche Aussicht auf das Tal (also Komagane), die Südlichen Alpen (die parallel zu den Zentralen liegen) und natürlich auch auf die Zentralen Alpen. Und als wir dann oben angekommen waren, war das erste was ich realisierte, wie rein die Luft war. Wirklich unglaublich.

Eigentlich ist es kaum zu beschreiben, wie großartig ich mich dort oben gefühlt habe und irgendwann möchte ich da mal mit jungen, körperlich fitten Menschen hin, damit wir die Spitze des Berges erklimmen können. Heute war ich mini-028zusammen mit meinen Gastgroßeltern und meinem Gastvater dort und die haben sehr schnell schlapp gemacht, obwohl ich diejenige mit dem Belastungsasthma bin. Hab aber auch schon vorher festgestellt, dass die Japaner in meinem Umkreis es nicht so sehr mit zu Fuß gehen haben. Sie fahren überall mit dem Auto hin und sind da wirklich noch extremer als die Deutschen.

Mittags kamen wir dann zurück und das war mein Tag und ich schätze auch mein Wochenende. Am Donnerstag habe ich den grausamen Fehler gemacht, den Akku von meinem E-Book nicht aufgeladen zu haben. Der war also nach der ersten Stunde alle und ich war die restlichen 9 Stunden bis 18 Uhr nur meinen Gedanken überlassen. Japanische Schule tötet mich irgendwie noch. Den Fehler mache ich auf jeden Fall nie wieder, das war ein grauenvoller Tag… Vielleicht rufe ich morgen Mercedes an und frage sie, ob sie Zeit hat, ich brauche Gespräche. Richtige Gespräche. Ich spreche ja auch zu Hause und mit meiner Gastfamilie, aber die Gesprächsthemen sind einfach so fade und wiederholen sich tagtäglich. Ich kann eben auf Japanisch einfach noch nicht darüber reden, wie sehr mich die Novelle “Der Träumer” bewegt hat und wie sehr ich mich Dank dessen selber fühle wie ein Träumer. Oder das ich auf einmal wieder ernsthaft über solche Themen wie Universität nachdenke… Ich vermisse Gespräche wirklich…

Zum Berg Komagatake habe ich mal folgendes übersetzt:

Komagatake ist eine 1357 m hohe Lava-Erhebung, geschaffen durch eine Vulkaneruption vor 40.000 Jahren. Im Jahr 757, wurde der Hakone Schrein am Ashinoko See errichtet, um dort den Berg Komagatake anzubeten. Die Menschen dachten damals, dass Gottes Geist dort lebte. Deswegen bestiegen die Leute den Berg sehr selten, nur zu speziellen Anlässen. Danach, für eine lange Zeit, begangen die Menschen Feste am Hakone Schrein. Diese religiöse Tradition änderte sich im Jahre 1964, als Yasujiri Tsutsumi, ein japanischer Politiker und Geschäftsmann, dem Berg Komagatake sehr viel Geld spendete. Jetzt ist es ein Ausflugsziel. 

(Quelle: http://en.japantourist.jp/view/hakone-s-mt-komagatake)

Ein Tag im Leben von Tabea

Guten Tag – oder Guten Abend, je nach dem, wann du das hier lesen wirst. Dies ist mein erster Gastauftritt in einem Blog über Japan. Um ehrlich zu sein, ist es mein erster Gastauftritt in irgendeinem Blog überhaupt. Deshalb werde ich mit einer Selbstvorstellung auf japanische Art beginnen: Ich bin Katias Freundin, die mit ihr zusammen aus Deutschland her geflogen ist. Zwar nicht im selben Flieger, aber immerhin am selben Tag. Ich bin Schülerin der Ueda Someyaoka High School in Ueda, 2. Jahrgang, Klasse 8. Ach ja, mein Name ist übrigens Tabea Drexhage. Freut mich, dich kennen zu lernen.

mini-Sommer 2013 023Katia hat mich gebeten, einmal zu beschreiben, wie mein Tag hier in Japan so abläuft. Im Grunde habe ich einen ähnlichen Tagesablauf wie sie, stark geprägt durch die Schule. Aber einmal von vorne: Ich wohne in Tateshina, einer kleinen Stadt in der Nähe von Ueda. In meiner Gastfamilie habe ich zwei Gastschwestern in meinem Alter, mit denen ich mir ein Zimmer teile. Aufstehen ist um halb sieben, fertig machen, Frühstück. Um Acht bringt uns mein Gastvater mit dem Auto zum Bahnhof von Tanaka (Merke: Tateshina ist so klein, dass es keinen Bahnhof hat.), das dauert ca. 20 Minuten und ich fürchte jeden Tag um mein Leben, denn erstens schnallt man sich auf der Rückbank nicht an (als ob es da weniger gefährlich wäre!) und zweitens ist der Fahrstil von meinem Gastvater, na ja, er hätte die Fahrprüfung bestimmt nicht bestanden, wenn er so gefahren wäre.

Wir wohnen auf einem Berg, was bedeutet, dass wir runter ins Tal fahren müssen und die Straße ist gebaut wie eine Achterbahn. Meine Gastschwestern scheint das nicht zu stören, sie schminken sich immer im Auto auf dem Weg. Am Bahnhof angekommen nehmen wir den Zug nach Ueda, was ca. 10 Minuten dauert, sind also um halb acht am Bahnhof von Ueda. Dann muss ich noch eine halbe Stunde zur Schule laufen. Ja, ich. Meine Gastschwestern haben Fahrräder, zumindest die eine, die andere geht irgendwie mit ihren Freundinnen zur Schule. Ich nutze die Zeit wie Katia: zum Musik hören. Wenn ich nicht mit einer Klassenkameradin zusammen gehe.

Ich bin so gegen Acht an der Schule und das erste Mal am Tag erschöpft, denn auch die Schule liegt auf einem kleinen Berg. Glücklicherweise habe ich dann noch eine dreiviertel Stunde Zeit mich zu erholen, denn die Schule beginnt erst um viertel vor neun mit dem „Short Homeroom“, einer Klassenleiterstunde für 10 Minuten. Dann folgen drei Stunden á 65 Minuten, in denen ich meist nicht viel verstehe, abgesehen von Englisch, Mathe und Spanisch. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass die Klasse 8 in meiner Schule eine „Kokkyou“-Klasse ist, eine „International Education Class“, in der man unter anderem eine zweite Fremdsprache erlernen kann und eine Klassenfahrt ins Ausland macht. (Wir fahren nach Taiwan!).

Gut, also drei Stunden am Morgen, dann eine halbe Stunde Mittagspause, in der wir gemeinsam in der Klasse Mittag essen und dann Zähneputzen. Es folgen noch zwei Stunden am Nachmittag und ein weiterer „Short Homeroom“, bis es ungefähr viertel vor vier ist. Danach wird gemeinschaftlich die Schule geputzt. So gegen vier beginnen dann die Clubaktivitäten. Ich bin dem Kendo Club beigetreten, weil ich etwas traditionell Japanisches machen wollte und Kendo einfach cool aussieht. Genauso schwer ist es aber auch. Wie bei allen japanischen Künsten gibt es viele Regeln, wie man was wann zu machen hat, und ich habe Mühe, an alles gleichzeitig zu denken. Das Training geht jeden Tag von vier bis sieben Uhr. Halbe Stunde zum Bahnhof laufen, Zug um zehn vor acht, mit dem Auto nach Hause, ca. halb neun Abendessen, baden und dann ist der Tag gelaufen. Meine Gastschwestern, die Armen, müssen dann noch Hausaufgaben machen und lernen, was sie manchmal bis zwei Uhr morgens wach hält.

So oder so ähnlich laufen meine Tage hier ab. Auch wenn es anstrengend ist und voll gepackt, fühle ich mich hier wohl, muss ich sagen. Viele Dinge sind anders und wenn ich hier Katia, beziehungsweise Heinrich, zitieren darf: „Sie sind nicht besser oder schlechter – sondern einfach nur anders“.  

Ein Tag im Leben von Katia

Mein Wecker klingelt jeden Tag um Punkt 6 Uhr, auch samstags und sonntags, denn meine Familie frühstückt immer um 7 Uhr. Danach könnte ich rein technisch wieder ins Bett gehen, aber sobald ich einmal wach bin, fällt mir das meistens schwer. Also lege ich mich wieder hin und lese, oder spiele Nintendo. Nach dem Frühstück räume ich mein Zimmer auf, weil ich abends zu unmotiviert bin für Ordnung zu suchen.

1236170_10201834249478510_654356115_nUm Punkt 8 Uhr verlasse ich das Hause und mache mich auf den Weg in die Schule. 40 Minuten gemächliches Laufen später komme ich dann in meiner Schule an. Schulkameraden treffe ich auf meinem Weg keine, nur ein Kerl auf einem Fahrrad saust tagtäglich an einer Ampel an mir vorbei. Insgesamt kommen mir 5 Fußgänger entgegen und das läuft jeden Tag so pünktlich und genau ab, dass ich mir Sorgen machen würde wenn ich sie nicht treffen würde. Wir grüßen uns mittlerweile auch und ich glaube bald fragen wir uns auch, wie es uns geht.

In der Schule angekommen, passiert erst einmal nicht viel. Langsam füllt sich das Klassenzimmer und dann beginnt die erste Stunde. An meiner Schule dauern die Schulstunden 50 Minuten und wir haben jeden Tag sechs Stunden. Nach der ersten Stunde haben auch wir unsere kurze Klassenleiterstunde von zehn Minuten, dann wieder zwei Stunden regulär Unterricht und dann ist auch schon Mittagspause. Mittlerweile habe ich mir schon mein Grüppchen Menschen zusammen gesucht mit denen ich gemeinsam Mittag esse. Meine Gastmutter macht mir jeden Morgen ein richtig großartiges Mittagessen: Reis, Fleisch, Brokkoli, Wiener und eigentlich jeden Tag was Neues und es schmeckt echt super. Sogar der Brokkoli. Am besten sind aber die Frühlingsrollen und japanische Pasta. Danach haben wir noch die restlichen drei Unterrichtsstunden und noch einmal Klassenleiterstunde.

Der offizielle Schulbesuch endet somit 3:45 Uhr. Danach folgen noch zehn Minuten sauber machen. Wir haben immer drei Wochen lang eine Aufgabe und dann wird gewechselt, zurzeit fege ich das Klassenzimmer zusammen mit meiner Gruppe.

Nach dem Unterricht nehme ich noch zwei Stunden am Kunst Club teil und dann geht es für mich nach Hause. Jetzt wo es abends dunkel ist, werde ich von meiner Gastmutter abgeholt und dafür bin ich ihr auch sehr dankbar, denn die Straßenbeleuchtung in Japan ist miserabel. Während der Unterrichtsstunden an denen ich teilnehme lese ich meistens oder versuche mich mit Haru zu unterhalten, der zumindest in einigen Fächern vor mir sitzt. Er ist so ungefähr mein einziger Mitschüler der sich traut mit mir zu sprechen, alle anderen sind schüchtern. Im Augenblick fällt es mir wahnsinnig schwer Freunde zu finden, weil ich einfach keine Ahnung habe wo ich anfangen soll und die anderen auch nicht auf mich zukommen, deswegen bin ich recht einsam hier. In meinen Freistunden gehe ich entweder in die Bibliothek um dort meine Ruhe zu haben oder ich besuche Sydney im Englischlehrerzimmer und schaue ihr beim arbeiten zu.

Meine Schule fordert weder von mir, noch von den anderen Schülern irgendwelche Leistungen, deswegen ist mir oft sehr langweilig. Die einzigen Tage an denen Leistung gebracht werden muss sind die Tage an denen Examen geschrieben werden. Ich habe mittlerweile meine ersten Ergebnisse bekommen und bin Klassenbeste in Englisch. Mein einziges Problem waren die Aufgaben die auf Japanisch beantwortet werden mussten… Meine Ergebnisse liegen zwischen 85 % – 95 %, kommt je auf das Fach an.

Wenn ich zu Hause ankomme falle ich in mein Bett, dann gibt es recht bald Abendessen und danach gehe ich baden in der flüssigen Glückseligkeit. Heute habe ich hart dafür gekämpft im Haushalt helfen zu dürfen und habe folgende Upgrades bekommen: Katia darf jetzt den Tisch decken, die Treppe sauber machen und beim Kochen helfen. Das war mehr als ich mir erhofft habe und ich bin echt dankbar das ich jetzt endlich mal ein paar konkrete Aufgaben habe, denn wie gesagt:

Die Langweile ist mein größter Feind hier. 

Das heutige Bild ist von der letzten Orientation. Es ist in so einem tollen japanischen Fotoautomaten entstanden, wo man seine Bilder gleich bearbeiten kann und alles einfach nur lustig und niedlich aussieht.

mini-Pasta Bitch 02519. Oktober

Nachdem ich bereits am Montag mit Pizza beschenkt wurde, die ich von allen Lebensmitteln am meisten vermisst hatte, gab es heute für mich echt italienische Pasta! Katia badet gerade im Glück. Ich habe mich heute um 10 Uhr von Manami (sie ist die Tochter eines Rotariers und war ein Jahr in Amerika gewesen) abholen lassen und dann sind wir erst einmal zu ihr nach Hause gefahren. Ihrer Mutter gehört ein Klamottengeschäft (nicht unbedingt für meine Altersklasse) und haben zusammen mit ihrer Mutter Tee getrunken. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Beiden und es gab Schwarzen Tee, Gott den vermisse ich auch. In Deutschland habe ich ja jeden Tag Schwarzen Tee mit in die Schule genommen, aber hier wird der leider selten getrunken…

Nachdem wir eine gute Stunde geplaudert hatten, war mir klar das Manami meine beste japanische Freundin werden wird. Sie liebt Hetalia, meinen absoluten Nummer 1 Anime! Wir hören dieselbe seltsame japanische Musik, die sonst niemand kennt und es hat gleich zwischen uns gefunkt. Ihr Englisch ist außerdem richtig gut. Vor zwei mini-Pasta Bitch 027Wochen ist sie erst nach Komagane zurück gekehrt, denn sie hat außerhalb in einer Stadt Kunstgeschichte studiert und ist jetzt damit fertig.

Dann ging es zum Mittagessen! In ein italienisches Restaurant! Und was soll ich sagen? Schau dir die Bilder an! Die sprechen für sich! Es war als ob man ein Stück vom Himmel isst. Für mich gab es Spaghetti Carbonara und für Manami Spaghetti mit Krabben (die japanische Version). Für uns beide gab es verdammt leckeres Brot und einen richtig tollen Salat, nach dem man eigentlich schon satt war. Trotzdem konnte ich wie immer nicht aufhören zu essen, aber das macht ja nichts. Mittlerweile habe ich immerhin stolze 6 Kilo verloren und das obwohl ich es nicht einmal wollte. Ich weiß nicht einmal wie es funktioniert… Ich meine… Ich esse so viel und auch Süßes und jaah, keine Ahnung…

Danach sind wir noch in Komaganes einzigen Buchladen gegangen. Dort gab es leider keine englischen Bücher, aber trotzdem hat mich der  Laden sehr glücklich gemacht und ich habe mir meinen ersten japanischen Manga gekauft: Yu-Gi-Oh! 5 Dragons (Der König der Spiele – Fünf Drachen). Ich wusste nicht dass es dazu einen Manga gibt, also ein Comicbuch, denn die Verfilmung war im Grunde mein erster japanischer Zeichentrickfilm. Und jetzt durchlebe  ich meine Kindheit noch einmal. Ich bin so glücklich! Und der Inhalt vom Buch ist ein ganz anderer als der von der Verfilmung… Jetzt habe ich auf jeden Fall endlich einen Grund japanisch lesen zu lernen, der mir immer gefehlt hat. Als Analphabet kommt man doch relativ gut in Japan zu Recht, viel besser als in Deutschland. Ich glaube das liegt daran, dass die Japaner selbst mitunter nicht alle Zeichen lesen können und es auch für Kinder unverständlich sein könnte, deswegen ist hier viel bildlich dargestellt, zum Beispiel auch Speisekarten. Finde ich gut!

Nachdem mir also mein größter Traum erfüllt wurde, von dem ich nicht wusste dass ich ihn hatte, ging es noch einmal zu Manami nach Hause. Dieses Mal nach oben in die Wohnung; es gab Fußbodenheizung. Ich bin vor Glücklichsein geschmolzen. Dort haben mini-Pasta Bitch 044wir dann noch ein bisschen gequatscht und Hetalia  Musik angehört und mitgesungen wie zwei glückliche Idioten (ich glaube wir haben einander wirklich gefunden ohne einander gesucht zu haben) und dann musste ich leider auch schon wieder nach Hause. Denn meine Gastmutter wollte mich um 3 wieder zu Hause haben. Aber das war in Ordnung. Für den ersten Tag bin ich schon glücklich so viel mit ihr erzählt zu haben und es war richtig toll. Im  November fährt sie für ein Wochenende ans Meer und wenn Rotary es erlaubt, dann darf ich vielleicht sogar mit. Das wäre echt toll…

Ein Foto muss ich jetzt aber doch noch erklären und zwar das von den Alpenveilchen… Das sind meinen Babys! Ich habe sie am Sonntag von einem Floristen geschenkt bekommen, der bei Rotary ist und jetzt sind sie meine Babys. Sie bekommen all die Fürsorge und Liebe, die ich eigentlich meiner Katze zuwenden würde, wäre sie nicht in Deutschland…  Ich habe sie Dan und Phil getauft, nach meinen derzeitigen Lieblings-YouTubern: danisnotonfire und amazingphil.

23. Oktober

Heute ging es also sehr früh raus, an einem sehr verregneten Tag. Auf zur Distrikt Konferenz von unserem Rotary Distrikt 2600! Yay! Und die erste wundervolle Nachricht des Tages war: Ich weiß endlich genau wer meine nächste Gastfamilie sein wird und wann ich wechseln werde. Und zwar wechsle mini-Districti 003ich am Wochenende des 10. November in Manamis Familie! Ich wusste nicht einmal dass sie die zweite Gastfamilie waren, die zur Auswahl stand. Und jetzt, wow! Katia im Wunderland. Ich freue mich schon gewaltig darauf, meine Gastfamilie zu wechseln. Mit meiner jetzigen stimmt einfach die Chemie nicht wirklich und ich fühle mich, wie schon erwähnt, wie ein Vogel im Käfig.

An meinem letzten freien Wochenende hier in zwei Wochen möchte ich dann aber doch noch den deutschen Kochabend durchziehen um meine Dankbarkeit zu zeigen, immerhin hat man mich hier aufgenommen nachdem meine eigentliche erste Gastfamilie verhindert wurde.

Im strömenden Regen haben wir auf einer Autobahn-Bushaltestelle erst einmal Tamara abgeholt, es hatte sich nämlich angeboten das wir zusammen fahren und ich habe sie dann gleich mal ein wenig über ihre Schule ausgefragt während der restlichen Autofahrt. Sieht so aus als ob sie in einer ähnlichen Situation ist wie ich, noch schlimmer, denn sie spricht kaum Japanisch während ich mittlerweile eigentlich schon richtig gut zu Recht komme im Schulalltag. Mittlerweile habe ich mich vollkommen dagegen entschieden die Schule zu wechseln und stattdessen hier meine Schlacht zu kämpfen und siegen!

mini-Districti 013Um 10 Uhr begann dann die Distrikt Konferenz. Alle Rotary Clubs aus unserem Distrikt haben eine Delegation entsandt und insgesamt waren wir wohl von mindestens 500 Rotariern umgeben. Kein bisschen Druck einen guten Eindruck zu machen also. Weil Itou Masaki als Organisator eher da sein musste, waren auch Tamara und ich sehr früh dran und haben Freizeit bekommen uns im Hotel um zu sehen. Es war ein französisches Hotel, mindestens vier Sterne schätze ich. Tamara und ich haben uns dann erst einmal beim französischen Bäcker ein paar leckere Kleinigkeiten gekauft und uns dann auf Erkundung begeben. Am besten fand ich das französische Restaurant im obersten 14. Stockwerk, von dort aus hatte man eine richtig tolle Aussicht auf Matsumoto, die größte Stadt die ich in Japan bis jetzt gesehen habe. Ich glaube sie hat ungefähr 100 000 Einwohner.

Nach und nach kamen dann auch die anderen vier Austauschschüler und wir haben uns erst einmal sehr darüber gefreut uns wieder zu sehen. Dann wurde es auf einmal gar nicht mehr so lustig. Man begann uns herum zu schieben und uns irgendwo hinzustellen, wo wir dann erst einmal standen wie hin bestellt und nicht abgeholt und so ging das dann fast den gesamten restlichen Tag. Plötzlich mussten wir irgendwelche Reden üben, von denen wir nichts wussten, wo dann auch einfach Mal einer mit Stoppuhr dastand und das war schrecklich demütigend.

Allgemein hätte ich mir wirklich gewünscht, wenn uns Rotary ein wenig in ihre Pläne eingeweiht hätte. Denn letzten Endes mussten wir diese Reden, die wir nicht vorbereitet hatten und von denen wir absolut nichts wussten, vor der gesamten Konferenz vortragen. Auf Japanisch. Am Ende konnte sich zwar jeder etwas zusammen hauen, aber na ja… Meine arme Tamara, hat nach dem zweiten Satz alles durcheinander gehauen und angefangen zu stottern und war so fertig, als sie endlich mir dass Mirko übergeben konnte…

Der schöne Teil des Tages folgte dann nachdem wir uns noch ein paar Vorträge anhören mussten, die wir nicht verstanden haben… Es ging auf in die Stadt! Wir haben zwei Stunden Freizeit bekommen! Yay! Prayva und Camille wohnen beide in Matsumoto (wie ich sie beneide, sie haben eine richtige Stadt!) und haben daher die Führung übernommen. Wegen dem heftigen Regen ging es dann für uns aber nur in ein großes Einkaufzentrum, wo wir wieder diese niedlichen Fotos gemacht haben in den japanischen Fotomaschinen. Außerdem haben wir uns noch ein wenig umgeschaut und am Ende noch einen leckeren Nachtisch in einem Cafe gegessen. Dann hieß es nach viel zu wenig Zeit leider schon wieder auf nach Hause.

Auf dem Rückweg ist Tamara sofort im Auto eingeschlafen, ich hätte es ihr gerne gleich getan, aber um irgendwo anders als in meinem Bett einzuschlafen muss ich wirklich fertig sein… Leider, ich würde gerne wie die Japaner überall schlafen können. Wenigstens haben Itou Masaki und ich auf der Rückfahrt (wie auf allen Rückfahrten, auf Hinfahrten klappt es nie) wieder ein richtig intensives Gespräch gehabt. An dieser Stelle danke ich Papa für seinen Musikgeschmack, der dem von Itou Masaki sehr ähnlich ist, nur deswegen konnte ich mitreden und mich ebenfalls über Hotel California freuen.

Die Delegation vom Komagane Rotary Club kam schon ein wenig eher an, als Itou Masaki und ich und dann ging es erst einmal nicht nach Hause, sondern zu einer Dinner Party! Eigentlich wollte ich nur ins Bett und raus aus meinen nassen Klamotten, aber na ja, Lächeln und Winken! Hat an dem Tag super geklappt und alle haben meine Rede gelobt. Das Abendessen war auch richtig toll. Es gab rohes Fleisch und Gemüse und Nudeln und einen Topf mit kochendem Wasser auf den Tisch, man konnte sich sein Essen also selbst kochen. Wie Fondue, nur mit Wasser… Viel gesünder, aber trotzdem lecker!

Und dann war der Sonntag auch schon vorbei und ich hatte noch Haare zu waschen und der Familie von der Konferenz zu berichten und noch mit Mama und Papa zu skypen und war gegen Ende des Tages einfach nur gereizt, so bin ich wenn ich müde bin. Tut mir Leid, alle die es getroffen hat! Ich war schon lange nicht mehr so froh in meinem Bettchen zu liegen…

24. Oktober

Sportfest 1Mein erstes schönes Sportfest. Das klingt unglaublich, nicht? Ich kann es ja selbst nicht glauben! Ich und meine Versagerin von einer Lunge, hatten tatsächlich ein Sportfest das uns nicht verausgabt hat und uns auch noch Spaß gemacht hat und das obwohl wir verloren haben!

Aber jetzt erst einmal zum Anfang der Geschichte: Vor zwei Wochen sollten wir uns für ein Sport-Team entscheiden, mit welchem wir unsere Klasse repräsentieren wollten. Und ich habe natürlich den schwersten und schrecklichsten aller Sporte gewählt: Tischtennis. Das Schöne an Japan ist, alles wird Ernst genommen. So ernsthaft wie hier habe ich noch nie in meinem Leben für Sport geübt. Zwei Wochen des Trainings hatten sich ausgezahlt: Ich kann jetzt halbwegs Tischtennis spielen!

Gestern dann habe ich von meinem Klassenlehrer meine Sportuniform in die Hand gedrückt bekommen. Jaah, noch eine Garnitur Sportuniform, als ob ich nicht schon genug hätte. Das regt mich hier wirklich auf, ich habe an die fünfhundert verschiedenen Garnituren und verdammt viele Sportschuhe, weil man in jeder Sporthalle andere Schuhe tragen muss und dann auch für den Platz welche braucht und um es zu verdeutlichen: Meine Schule hat fünf Turnhallen. Es wäre nicht halb so nervig, wenn ich nicht immer alles mit mir rumschleppen müsste. Aber leider weiß ich nie, welche Sportsachen ich brauche, zumindest nach den Schuhen kann ich mittlerweile fragen, aber das mit den Klamotten erweist sich immer noch als schwierig.

Sportfest 2Nun gut, jetzt aber zurück zu meiner neuen Sportuniform. Die mag ich sogar. Jede Klasse trägt nämlich Uniformen von berühmten Fußball-Clubs. Ich kenne leider nicht alle auswendig, aber zumindest Borussia Dortmund und Schalke 04 habe ich wieder erkannt. Außerdem Real Madrid und eben unsere Unform: Chelsea. Aber kein Bayern München, was mich gefreut hat, bin immerhin Dortmund Fan. Ich habe mich wirklich überschlagen vor Freude wegen dieser Uniform, denn da steht hinten drauf: Katia, und eine Nummer 27 habe ich auch bekommen (mein Geburtstag!). Ich finde das deswegen so toll, weil ich nichts davon wusste und sich jemand für mich darum gekümmert hat und sogar meinen Spitznamen in richtiger Schreibweise angegeben hat. Vielen Dank unbekannte Person, vielen Dank!

Uniform tragen stärkt wahnsinnig den Mannschaftsgeist und ich habe mich zum ersten Mal als Teil meiner Klasse empfunden. Fußballsocken sind außerdem echt schwer anzuziehen. Ich habe mich auf jeden Fall richtig stolz gefühlt, so als ob ich tatsächlich irgendeine Leistung im Sport bringen könnte.

Am Dienstagnachmittag begann der erste Teil des Sportfestes. Erwärmung zusammen mit der ganzen Schule, das finde ich richtig lustig. Und dann ging es zum Tischtennis. An diesem Nachmittag waren die einzigen Gegner gegen die wir spielen mussten, die Delegation der Lehrer. Auch Sydney hat mitgespielt und sie hat zum Glück noch nie in ihrem Leben Tischtennis gespielt, also haben wir wenigstens das gewonnen! Alles andere aber verloren… Aber das macht nichts. Japaner sind so glücklich einfach nur irgendwie dabei zu sein, das man sich da gerne anstecken lässt. Und dann hat unser Klassenlehrer uns auch noch Süßigkeiten gekauft, um uns aufzumuntern. Wie sollte ich überhaupt irgendwie traurig werden? War auf jeden Fall richtig lustig und ich habe es zum ersten Mal richtig genossen Zeit mit meinen Klassenkameraden zu verbringen. Was ich auch lustig finde, alle die ich aus dem Kunst Club kenne, habe ich beim Tischtennis wieder getroffen. Erkenne da nur ich ein Muster? Selbst die Kunstlehrerin hat sich für Tischtennis entschieden!

Sportfest 3Heute dann gar kein Unterricht und den ganzen Tag Sportfest. Leider ist unser Tischtennis-Team aus dem Turnier sehr schnell ausgeschieden, da hatten wir keine wirkliche Beschäftigung mehr für den Rest des Tages… Doch natürlich hatten wir eine Beschäftigung: unsere anderen Klassenkameraden anfeuern.

Wir sind also vom Basketball zum Fußball und Baseball geeilt und haben uns möglichst Mühe gegeben so laut wie möglich zu schreien. Meine Ohren tun immer noch weh. Leider hat es unsere Klasse nicht weit gebracht, außer im Fußball! Dort sind die Jungen ins Finale gekommen, haben dann aber haushoch verloren und trotzdem wurden sie am Ende mehr gefeiert als die eigentlichen Sieger. Das finde ich echt toll, selbst solche Versager wie ich, werden hier mit ganzen Herzen unterstützt und angefeuert. Beim Basketball hat auch ein Junge aus meiner Parallelklasse mitgespielt. Sein Name ist, glaube ich, Kaito. Er ist ziemlich cool. Trägt immer die abgefahrensten Klamotten. Neben Haru habe ich auch noch Yuna als Freundin in meiner Klasse. Und Yunas Freund, Ikkei, ist Kaitos bester Freund und begrüßt mich immer enthusiastisch. Vielleicht kann ich mich irgendwann mal mit Kaito unterhalten.

Da wir kaum Bewegung abbekommen haben, wurde allen recht schnell kalt. Ich habe es wenigstens verstanden mich ein bisschen warm zu halten in meiner kurzen Uniform (mit Strumpfhosen und kurzen Hosen, was ein Anblick!), aber meine armen Klassenkameraden haben mir richtig Leid getan… Jetzt bin ich einfach nur froh zu Hause zu sein, meine Ohren zu erholen und mich gemütlich in tausend Decken zu wickeln. Ich glaube gestern und heute habe ich wirklich meinen Teil geleistet um von meiner Klasse anerkannt zu werden und ich glaube auch die letzten haben heute begriffen, das ich ihre Sprache spreche.

28. Oktober

mini-Oktober Orientation (66)Letzten Samstag war ich gleich noch einmal in Matsumoto und dieses Mal habe ich sogar etwas von der Stadt gesehen. Es ging Mal wieder früh los und Itou Masaki und ich haben wieder Tamara auf dem Weg eingesammelt und weil wir eher als alle anderen ankamen (die alle mit dem Zug fahren mussten), hat er uns beiden noch eine heiße Schokolade ausgegeben. Ein Traum! Ich weiß gar nicht mehr wann ich meine letzte heiße Schokolade getrunken habe, irgendwann vor drei Monaten schätze ich…

Bevor die eigentliche Orientation anfing, haben uns Itou Masaki und Wakabayashi Toshiki (Japanische Namen sind ein Traum, ich kann mir immer noch nicht alle Namen von meinen Klassenkameraden merken… Aber ich bin zumindest nah dran) auf einen kleine Sehenswürdigkeiten-Tour mitgenommen. Yay! Wir haben uns also zu erst das Schloss von Matsumoto angesehen und das war wirklich ein sehr interessantes Bauwerk: Gebaut wurde es um zu töten. Wirklich, alles in diesem Schloss wurde so gebaut, das es einem gut dabei helfen konnte seine Feinde zu töten. Es gibt Fenster, die nur dafür konstruiert wurden das man Steine daraus rollen konnte. Treppen die so steil und eng waren, das nur ein Krieger alleine hinauf klettern konnte. Es gab sogar eine Etage ohne Fenster, die man nicht bemerkt hat und die einem dann zum Verhängnis wurde…

mini-Oktober Orientation (87)Aber nach sehr vielen Treppen hat es sich dann doch gelohnt oben anzukommen, denn die Aussicht auf die Stadt war einfach nur wunderschön. Man durfte das Schloss übrigens nicht mit Schuhen betreten, das war eine sehr interessante und kalte Erfahrung, besonders weil es draußen immer noch geregnet hatte und es deswegen sowieso schon ein wenig kühler war.

Danach haben wir uns die erste Grundschule angesehen, die in Japan gebaut wurde. Irgendwann im 19. Jahrhundert. Das Gebäude war wirklich sehr schön anzusehen und gebaut in einem Stil der das Westliche und das Östliche vereint. Ich wurde zwangsweise an meine eigene Grundschulzeit erinnert und wie wir selber schon Unterrichtsstunden hatten zum Thema Schule früher.

Dann kam der Schönste Teil des Tages: Mittagessen. OK, verurteilt mich, ich habe japanisches Nationalerbe betreten dürfen und trotz alle dem, schätze ich ein dass das Mittagessen interessanter war. Man muss dazu sagen, vor dem Mittagessen war das Wetter echt nicht so gut. Immer noch Regen und grauer Himmel und kalt… Und das Mittagessen war echt Hammer! Es gab Pasta! Und wie ihr vielleicht mitbekommen habt, ich stehe auf Pasta.

mini-Oktober Orientation (62)Wir waren in einem kleinen Restaurant und es war wirklich richtig schön, so familiär. Der Sohn der Besitzer saß neben uns und hat uns Papierflugzeuge (und zwar richtig Geniale und nicht die, die wir hier in unser Kindheit gebastelt haben) gebaut und hat mit Tabea und mir Detektiv Conan geschaut und am Ende haben wir dann alle zusammen (Tabea, der Junge, sein Vater, Prayva und ich) UNO gespielt und ich habe nur einmal verloren! Wir hatten eine Menge Spaß und durch das verdammt gute Essen hat sich meine Laune auch richtig gebessert, das Wetter hatte diese nämlich ein wenig runter gezogen. Als wir dann schließlich auch gegangen waren, schien draußen mit einem Mal die Sonne und die ganze Welt war nur noch ein Traum.

Am Ende sind wir dann nur noch zur Orientation gelaufen, eigentlich wollten wir uns noch ein Kunstmuseum anschauen, aber wir hatten keine Zeit mehr. Die Orientation an sich war dann eben Papierkram. Wir haben unseren ersten monatlichen Bericht abgeben(oder eben erst ausgefüllt) und noch ein bisschen geplaudert. Ich habe eine Runde deutsche Schokolade ausgegeben und dann ging es leider auch schon wieder nach Hause. Das nächste Mal treffe ich die Anderen dann am 21. November und dann haben wir unsere erste Japan-Reise! Es geht nach Kyoto, Osaka und Nara! Wir sehen uns unter anderem auch die japanischen Universal Studios an. Ich freue mich echt gewaltig.

31. Oktober

mini-003Heute ist Halloween! Und das war eine so tolle Erfahrung, dass ich zumindest einen kurzen Beitrag dazu verfassen musste. In Deutschland ist es ja jedes Jahr wieder so, wenn wir nicht Ferien haben, dann haben wir Wochenende und in Sachsen noch dazu Feiertag an Halloween. Was schon irgendwie schade ist, denn Fasching ist auch immer keine Schule und ich würde so gerne einmal meine Perücken in die Schule anziehen und richtig Halloween feiern und so.

Aber gut, Ferien sind auch großartig und ich vermisse sie sehr, denn hier werde ich erst ab 27. Dezember Ferien haben. Ratet Mal wer Weihnachten in der Schule sitzen wird! Genau, ich! Ich habe wirklich noch keinen Plan wie ich den Dezember überleben soll…

Zum Frühstück gab es gleich mal süßes Kürbisbrot. So lecker… Das süße Obst- und Gemüsebrot hier ist echt ein Traum, auch wenn es meinem Magen nicht unbedingt das Beste ist…

Im Kunst Club habe ich tatsächlich mit einem Mädchen aus meiner Klasse darüber gesprochen wie hier verschiedene Feste gefeiert werden und es ist an Halloween so, dass alle Süßigkeiten mit in die Schule bringen und die dann untereinander tauschen. Endlich bin ich zumindest zwei XXL-Haribo-Packungen losgeworden die ich mit mir nach Japan geschleppt habe. Letzten Endes völlig umsonst, denn die gibt es genau so auch hier in unserem Bergdorf im Laden zu kaufen. Yay, 5 Kilo Gepäck verschwendet, die ich hätte sinnvoll nutzen können. Also an alle zukünftigen Austauschschüler die nach Japmini-016an gehen: Es stimmt, die Japaner lieben Haribo, aber kauft es hier in Japan und nicht in Deutschland und packt lieber ein paar Bücher mit ein oder ein paar Pullover mehr!

Wie auch immer. Ich habe Haribo mitgebracht und habe fleißig Süßigkeiten an meine Klassenkameraden verteilt und wurde belohnt, schon nach der ersten Unterrichtsstunde hatte ich im Grunde schon mehr als genug Süßkram. Und es ging immer weiter, auch wenn es ein wenig abgeschwächt hat, ich bin trotz allem ein wenig Prominenz an meiner Schule und jeder hat mir einen Keks oder ein Bonbon in die Hand gedrückt und ich kannte einfach die meisten Leute nicht, aber ich habe mich bedankt und was zurück gegeben und das war echt ein toller Tag. Ich habe meine Matryoshka-Kapuzenjacke angezogen und ein Mädchen aus dem Kunst Club hat ihre Atemmaske so angemalt, das es so aussah als ob sie Blut gehustet hat. Das sah echt klasse aus!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.