KAY SAFONOV

七転び八起き – Fall seven times and stand up eight

Dezember 2013

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15. Dezember

Am Wochenende fand der langerwartete Tokyo Trip statt. Dieses Mal ging es zum Glück nicht allzu früh raus – 7 Uhr wurde ich von Itou Masaki abgeholt und habe dann erst einmal die Sitzheizung im Auto gefeiert. Langsam geht mir diese Kälte hier wirklich auf die Nerven. Es ist ja keine Temperatur-Sache hier, es ist einfach die Tatsache, dass es überall kalt ist. Wie auch immer, in Minowa haben wir dann wie üblich Tamara abgeholt und sind unter den Klängen von ABBA’s größten Hits nach Chino gefahren.

mini-fef 019Wakabayashi Toshiki, Camille, Tabea und Sara haben schon in einem kleinen Bus auf uns gewartet und schon ging es auf nach Tokyo! Während der Fahrt hatten wir wie immer eine ganze Menge zu erzählen und zu essen. Dann endlich, gegen 11 Uhr, kamen wir an und haben uns zu aller erst den größten Schrein in Japan angesehen – den Meiji-Schrein in Harajuku. Mir hat es sehr gefallen dort, es war eine typische Location für Hochzeiten von denen wir dann gleich einige gesehen haben. Sehr interessant, eine Hochzeit in traditionellen japanischen Gewändern und sehr beeindruckend.

Nachdem wir den Meiji-Schrein verlassen haben, habe ich mich auf derselben Straße wieder gefunden, auf der ich auch schon mit meiner zweiten Gastfamilie Kitazawa war und da es noch keine Pläne für das Mittagessen gab, habe ich den Italiener empfohlen, bei dem wir das letzte Mal war. Irgendwie tolles Gefühl. Ich konnte ein Restaurant in Tokyo empfehlen. Auch dieses Mal war es dort wieder echt köstlich. Käsepizza und Pasta Carbonara waren ein Traum! Unser Kleinbus war währenddessen in einem Parkhaus gegenüber geparkt. Es war so ein futuristisches Stapelparkhaus. Richtig awesome irgendwie.

Nach dem Mittagessen ist dann mein Traum in Erfüllung gegangen – wir haben den Tokyo Tower besichtigt. Ich war so glücklich, ich bin gleich mal hingefallen, als ich aus dem Bus ausgestiegen bin. Es war einfach herrlich! Die Aussicht war unbeschreiblich schön, man konnte ganz Tokyo überblicken. Leider schien die Sonne an dem Tag ein wenig zu sehr, sodass wir den Fuji nicht sehen konnten.

mini-fef 048Dann ging es erst einmal zum Hotel. Jeder hatte dieses Mal ein eigenes Zimmer. Was mich enttäuscht hat: 4-Sterne-Hotel und trotzdem muss man für den Fernseher extra bezahlen und kein W-Lan. Trotzdem war es sehr schön, das Tokyo Toshi Center Hotel. Nach kurzem Sachen auspacken ging es dann weiter mit der Tokioter Metro. Ein weiterer Traum hat sich erfüllt. Es hat gerochen wie in meiner geliebten Moskauer Metro, auch wenn es nicht so schön war. Mit der Metro ging es nach Asakusa zum Sesouji-Tempel. Bis dahin sind wir aber leider nicht gekommen. Wir hatten eine knappe halbe Stunde Zeit, um die Straße bis zum Tempel zu laufen, aber es war schon ein wenig unmöglich. Zum einen, weil es die einzige Gelegenheit war, wo man mal richtig Souvenirs kaufen konnte und zum anderen wegen der schieren Größe der Menschenmasse in der wir uns bewegten.

Mit der Metro ging es dann weiter zum Edo-Museum. Dort konnten wir uns Ausstellungen zurzeit von Edo-Tokyo ansehen und auch (was mir besser gefallen hat) von der Meiji-Zeit. In der Meiji-Zeit war Japan so eine richtig seltsam schöne Mixtur aus Tradition und neuen westliche Dingen. Außerdem gab es viele Beiträge zum großen Kanto-Erdbeben. Es war das gewaltigste Erbeben das Japan je erlebt hat mit an die 150 000 Todesopfern. Dieses Jahr ist es außerdem 90 Jahre her. Deswegen ist es in den Medien oft wieder präsent. Zum Beispiel im Drama „Goujisosan” das ich jeden Tag schaue. Es spielt zu dieser Zeit und letzte Woche war dann das Erdbeben.

Pünktlich 19 Uhr kamen wir dann mit der Einschienenbahn am Flussufer bei der Regenbogen-Brücke an und kamen in den Genuss eines gewaltigen Feuerwerks. Wieso es ein Feuerwerk gab? Weil Feuerwerk! Zum Abendessen gab es dann ein gutes Buffet, wieder mit Schokoladenbrunnen und allerlei Leckereien und dann ging es wieder zurück ins Hotel, wo wir noch so etwas wie eine kleine Weihnachtsfeier hatten. Auch wenn die nicht so schön geklappt hat, weil Prayva gar nicht mit nach Tokyo gekommen ist und zwei andere ihre Geschenke vergessen hatten. Es war aber trotzdem in Ordnung.

Am nächsten Tag ging es dann nach Disneyland und mehr gibt es eigentlich kaum zu sagen. Es gab wieder gewaltig lange Wartezeiten, also sind Tabea und ich eher zu den etwas kleineren Attraktionen gegangen. Man wurde hier noch mehr von Menschen überrannt als in den Universal Studios und es war einfach ein klein wenig zu Disney für mich. Wir haben uns angesehen:

  • It’s a small world – (oder auch mein Trauma) 15 Minuten Wartezeit
  • Alice’ Tea Party – (habe ich in Paris schon mal mitgemacht, ist einfach lustig) 10 Minuten Wartezeit
  • Cinderella’s Castle – (das war awesome, auch wenn mir der Glassschuh nicht gepasst hat) – 25 Minuten Wartezeit
  • Mark Twain Dampferfahrt – (Dampfer! Mit ganz lieben Grüßen an meine Tante Regina und meinen Onkel Peter, ich konnte nur an euch denken während der gesamten Dampferfahrt) 5 Minuten Wartezeit
  • Lilo und Stich Hawaii Haus – (Ich weiß nicht wie wir rein gekommen sind, aber es war interessant… und verstörend) 10 Minuten Wartezeit

Zwischendurch sind wir immer mal wieder nach Andenken schauen gegangen und pünktlich 15 Uhr ging es dann wieder zurück nach Chino. Zum Abendessen waren wir in einem netten Restaurant in dem es auch wieder eine Drink-Bar gab – yummy! Und gegen 9 Uhr war ich dann wieder zu Hause und bereit für’s Bett.

24. Dezember

mini-dw 018Ha, Ha! Schule ist für dieses Jahr (noch nicht)überstanden! Aber fast. Meine Gasteltern sind gnädig und lassen mich den 24. Dezember und den 25. Dezember zu Hause bleiben. Ich glaube auch nicht wirklich, dass ich es in die Schule geschafft hätte. Irgendjemanden hätte ich bestimmt geschlagen. Nur am 26. Dezember muss ich noch einmal dorthin, zur Trimester-Abschlussfeier. Und dann habe auch ich endlich FERIEN! 

Ein bisschen enttäuscht bin ich im Augenblick wegen des Wetters. Letzte Woche hatten wir so einen schönen Schneesturm und es hätte zumindest weiße Weihnachten geben können, aber nein, der ganze Schnee war schon am nächsten Tag Vergangenheit. Dafür soll es hier gegen Ende Januar noch kälter werden und jetzt die Überraschung des Jahres: In Japan fällt bei kälteren Temperaturen kein Schnee. Jetzt bin ich enttäuscht vom Wetter hier. Ich hoffe trotzdem noch darauf! Wo es doch schon so kalt ist und wie gesagt, es ist keine Temperatur-Sache hier. Ich war nie wirklich empfindlich gegen Kälte und Winter war immer meine liebste Jahreszeit. Es ist einfach die Tatsache, dass die Kälte überall ist. Im Klassenzimmer, im Hausflur, im Schlafzimmer, etc. Ich überlebe allerdings trotzdem Dank:

  • Sitzplatz am Kerosinofen in der Bibliothek und einer Bibliotheksaufseherin, die mich mag
  • Wärmepflaster – Einfach auf die erste Schicht Kleidung kleben und schon hat man neben einer Verbrennung ersten Grades auch wundervolle Wärme
  • Wärmepäckchen – Ideal für Hosentaschen falls die Fingernägel mal wieder ohne Nagellack blau werden
  • Zehn Schichten Klamotten – Und das ist leider nicht untertrieben, zum Glück muss ich in der Schule nicht schön aussehen, sondern überleben
  • Großer Plastik-Behälter, in den man heißes Wasser füllt – Und den man dann in sein Bett legt damit es schön vorgewärmt wird
  • Tee, heiße Zitrone, Tee – Am Besten zehn Flaschen eines heißen Getränks der Wahl überall mit hin nehmen
  • Warmer Tisch – Es gibt in Japan Tische die wärmen, einfach die Beine drunter und schon sind sie warm
  • Privilegien einer Austauschschülerin – Immer ein Platz am Ofen in der Pause
  • Handschuhe – Ich trage in der Schule Handschuhe

mini-dw 032Und dem kann ich nur beifügen: Zum Glück friert Sydney sich auch den Arsch ab, sonst wäre das echt seltsam. Aber so wie es bei den anderen Austauschschülern klingt, ist es ebenso schwer für sie. Immer gut zu wissen das man nicht alleine ist. Meine Gedanken sind bei denen die Schuluniform tragen müssen… Ihr armen Leutchen! 

Jaah, letztes Wochenende war ich außerdem mal eben im Urlaub, deswegen schreibe ich auch erst jetzt an meinem Blog. Ich habe wirklich kaum noch Zeit. Jetzt in den Ferien wahrscheinlich mehr, aber dann wiederum, was habe ich zu erzählen? Auf jeden Fall! Urlaub! Die Familie von meinem Counselor hat mich ganz spontan mit in den Urlaub genommen. Nun kannte ich die Familie allerdings nicht also gab es nur zwei Möglichkeiten:

Es wird total seltsam, wir haben uns nichts zu erzählen und einfach awkward und blöd und so

Es wird awesome.

Zu meinem Glück ist Zweiteres eingetreten. Es war also ein 5-Sterne-Resort-Hotel mitten in den Bergen. Schnee! Wir hatten dort verdammt noch einmal Schnee und ich habe einen kleinen Schneemann gebaut und war einfach nur glücklich. Und die Familie war voll nett und wir haben auch schön erzählt und man hat mir Äpfel und Mandarinen geschenkt und man, hätte man mir vor einem Jahr gesagt das ich mit fremden Menschen in den Urlaub fahren soll ich hätte seltsam gelacht und wäre dann langsam gegangen. Aber es war echt toll.

Und letzte Woche wurde ich dann gleich mal zum nächsten Urlaub mit fremden Menschen eingeladen, aber dieses Mal kommen Tamara und Annika mit. Halt Moment, wer ist Annika? Eine Deutsche die vor drei Jahren im Schüleraustausch in Tamaras Stadt war und jetzt wieder da ist für Work and Travel. Awesome, nicht? Auf jeden Fall fahren wir anfangs Januar für drei Tage nach Nagano-Stadt.

Und zum Abschluss: Frohe Weihnachten! 

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