KAY SAFONOV

七転び八起き – Fall seven times and stand up eight

Meine Erfahrungen mit JLPT Level N5

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Ich war in Hamburg! Und ich habe an den diesjährigen Prüfungen zum Erwerb des JLPT Zertifikats teilgenommen! Und nun das Allerwichtigste; ich habe bestanden! F-yeah! Und weil ich so aufgeregt bin deswegen und es eine Menge zu erzählen gibt; hier habt ihr es. Eine kleine Begriffserklärung vorab, JLPT steht für Japanese Language Proficiency Test. Was so viel bedeutet wie; Einschätzung wie rattenscharf dein Japanisch wirklich ist. (Vielleicht heißt es auch Test zur Ermittlung des Kenntnisstands in Japanisch). 

mini-085Es gibt fünf Stufen N5 – N1. N5 ist dabei die leichteste Stufe und N1 ist die Schwierigste. Ich habe mich für N5 entschieden aus einem ganz einfachem Grund: Kanji. Die Japanische Sprache ist im Grunde aus drei Schriftsystemen aufgebaut. Zum einen gibt es da Katakana und Hiragana mit jeweils 46 Zeichen + Zusatzzeichen, meistens werden diese Schriften unter dem Begriff Kana zusammengefasst. Nun, das dritte Schriftsystem ist die Bitch in diesem Haufen und diese Bitch heißt: Kanji. Kanji hat 50 000 Schriftzeichen. (Stell dich in die Ecke und schäm dich, Kanji). In Wirklichkeit meine ich das natürlich nicht so, denn Kanji sind außerdem wunderschön. Aber 50 000 sind zu viel. Man braucht ungefähr 4000 um eine Zeitung lesen zu können und vom Japanischen Bildungsministerium gibt es eine Liste mit rund 2000 Kanji die für den täglichen Gebrauch sind.

Der Test bestand aus vier Teilen Sprachkenntnisse, Grammatik, Hören und Lesen. Bei den N5 Prüfungen gibt es keinen mündlichen Teil, was teilweise cool ist, aber teilweise auch nicht so cool. Bei Sprachkenntnissen geht es vor allen Dingen darum Kanji zu testen. Es gibt für N5 rund 150 Kanji die man lesen lernen muss, um zu bestehen. Veni, vedi, vici. Ich habe es tatsächlich geschafft, auch wenn ich zugeben muss, das ich echt eine absolute Walnuss bin, wenn es um die Schriftzeichen der japanischen Sprache geht. Ich habe Jahre gebraucht um Kana lesen zu können, deswegen dachte ich immer, Kanji sei ein Ding der Unmöglichkeit.

mini-068Bei Grammatik geht es eben um Grammatik. Man testet in wie weit man Zusammenhänge versteht, sich mit Rechtschreibung auskennt und grammatikalisch gute Sätze bilden kann. Das war der schwerste Teil für mich, denn ich spreche nun mal Japanisch wie ein 17-Jähriger Kerl von der High School.  Der Leseteil und der Grammatikteil waren im Grunde zusammengefasst. Beim Leseteil hat man verschiedene Texte bekommen, die man verstehen musste und dann Fragen dazu beantworten musste. Ich fand es nicht sonderlich schwierig, aber man muss wirklich ziemlich aufpassen. Diese Texte sind geradezu dafür gemacht, dass Leute durchfallen die nicht genau lesen.

Der letzte Teil war der Hörteil und das war mein absoluter Lieblingspart. Es war super einfach für jemanden der ein Jahr in Japan verbracht hat und es war auch wirklich der einige Teil bei dem ich mir keine Sorgen gemacht habe. Man hat recht simple Aufgaben bekommen und musste dann zum Beispiel ankreuzen, wo im Regal die grüne, runde Vase steht. Solche Sachen.

Dann schließlich, letzten Donnerstag, erfuhr ich endlich meine Prüfungsergebnisse und ich kann es immer noch nicht so richtig fassen, das ich wirklich bestanden habe. Immerhin bestehen nur um die 30 %. Es ist der absolute Wahnsinn. Nachdem ich mich jetzt auch mit Sydney und Belinda in Japan beraten habe, werde ich, denke ich, anstreben im nächsten Jahr N4 zu versuchen. Natürlich muss ich dafür einen ganzen Haufen Kanji lernen, aber umsonst lernen gibt es ja nicht. Wer weiß, vielleicht studiere ich auch nächstes Jahr in einer Stadt mit einem wunderbaren Japanisch-Kurs. Das wäre der absolute Traum.

UnbenanntDie Prüfungsgebühr lag bei JLPT bei 60 € und das geht, finde ich, wenn ich daran denke, das ich für CAE (Cambridge Certificate of Advanced English) wahrscheinlich so um die 200 € hinblättern muss. Natürlich sind bei JLPT die Fahrtkosten mit einzuberechnen, denn JLPT wird nur in Düsseldorf und Hamburg angeboten und da Düsseldorf immer recht ausgebucht ist, ging es für uns eben nach Hamburg. Ich glaube, letzten Endes, war meine Mutter ziemlich froh das ich sie gefragt habe ob sie meinen Fahrerin werden möchte, denn so konnte sie auch mal Hamburg erforschen und Win-Win ist schon eine schöne Sache. Besonders gefallen an Hamburg hat uns die gewaltige botanische Anlage; Planten und Bloomen. Es war genial. Im japanischen Garten dort habe ich mich gefühlt wie in Tokyo, im Hintergrund konnte man noch Hochhäuser sehen und die Atmosphäre hat einfach gepasst. Abends habe ich Mama dann mitgenommen in ein Sushi-Restaurant bei dem man All-You-Can-Eat machen konnte. 17 Teller Sushi. Ich bereue nichts.

Für all diejenigen die darüber nachdenken auch an JLPT teilzunehmen, online gibt es viele Möglichkeiten zu ertesten ob man dem ganzen wirklich gewachsen ist. Es werden einem kostenlos Prüfungsbögen zur Verfügung gestellt und man sollte wirklich nur daran teilnehmen, wenn man a) sich sicher ist, das man besteht oder b) selbst wenn man nicht besteht, nicht traurig sein muss dafür bezahlt zu haben. Es ist auf jeden Fall eine einmalige Erfahrung und für mich war es einfach die richtige Entscheidung.

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